So weit isses schon

Du weißt, dass du zu weit gegangen bist, wenn sich selbst die CDU über zu starken Einfluss der Regierungsparteien auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen beschwert.

Das stützt jetzt auch wieder meine These, dass die Parteien nur eine und die selbe Soße sind: sobald an der Macht, ist’s mit den guten Vorsätzen dahin. Oder hättet ihr ernsthaft gedacht, mit einem grünen Ministerpräsidenten würde alles besser werden?

Ein Dialog

Die Gesellschaft so: „Ey Polizei! Wir haben hier 500 Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte. Warum macht ihr nix dagegen?“

Und dann die Polizei so: „Ey wir sind voll unterbesetzt und finanziell miserabel ausgestattet. Wir brauchen mehr Personal und Geld!“

Und dann alle: „Womit seid ihr denn den ganzen Tag beschäftigt? Ihr habt doch offensichtlich 500 Uniformierte übrig um die Linke Szene der Rigaer Straße mit erfundenen Vorwänden und unter Einschränkung von Grundrechten wochenlang zu drangsalieren.

Und die Polizei wieder so: „Jau, das ist ein Spaß! Wir machen aber noch mehr. Z.B. Graffitisprayer mit Helikoptern jagen!

Gesellschaft: „Solltet ihr dann nicht eurer Personal so einsetzen, dass ihr die großen Schweinereien in den Griff bekommt? Also Nazis fangen und so…schließlich wurde erst ein Bruchteil der Brandanschläge aufgeklärt.“

Polizei: „*nuschelnuschel* Mist Jungs, jetzt haben sie uns. Was sagen wir da?“ „Am besten das gleiche wie immer. *nuschelnuschel* Ähm….ja das ist ähm nur so, weil wir ja auch gleichzeitig die ganzen anderen Terroristen fangen müssen.!“

Gesellschaft: „Welche Terroristen?! Bisher hab ich noch keinen Terroristen gesehen, außer die Nazihorden und besorgten BürgerInnen, die marodierend und brandschatzend frei in der Gegend rumlaufen dürfen.“

Polizei: „Wir suchen die bösen Terroristen, die ganz ganz bösen Terroristen! Also Moslems vorrangig. Also ausschließlich Moslems. Und Linke. Die RAF ist auch wieder da! Habt Angst! Bisher ist ja auch nur nichts passiert, weil wir so gute Arbeit machen! Jawohl!“

Gesellschaft: „Ah, so wie in Köln an Silvester, als ihr brav aufgereiht bei der massenhaften Gewalt gegen Frauen zugesehen habt?“

Polizei: „Mit mehr Personal und besserer Ausstattung wäre das nicht passiert!“

Gesellschaft: „Ja doch, das hört sich stimmig an. Hier lieber Polizist, nimm dir nen Keks als Dankeschön für deine harte Arbeit.“

Friedenstornados

Die Selbstentwaffnung der Bundeswehr geht weiter: nicht nur sind nur 40% der deutschen Tornados einsatzbereit, jetzt stellt sich auch heraus, dass die 6 Flieger, die über Syrien Ziele für Bombenangriffe finden aufklären, nur noch tagsüber fliegen können, weil *trommelwirbel* die Beleuchtung des Cockpits zu hell ist! Weil das Cockpit zu hell ist, kann der mehrere Millionen teure Luxus Jagdbomber, stolz der gesamten Luftwaffe, nicht bei Nacht fliegen. Auf so ein Fehler muss mensch im 21. Jahrhundert auch erstmal kommen.

Der Autor dieses Artikels begrüßt, wie bereits mehrfach erwähnt, diese Selbstentwaffnung der Bundeswehr ausdrücklich. Die Bundeswehr kommt damit ihrem Ziel Frieden zu schaffen in der Welt, mit jedem Panzer der nicht fährt, mit jedem Flugzeug das nicht fliegt und mit jedem Gewehr das nicht trifft einen großen Schritt näher. Sobald die Bundeswehr waffenfrei ist, ich rechne da mit etwa 2020, schlage ich sie für den Friedensnobelpreis vor.

Bier-Marathon

Der Autor dieses Blokks hat sich heute relativ spontan entschlossen in 13 Wochen endlich seinen ersten Marathon zu laufen. Bei der Recherche zu einer idealen (veganen) Vorbereitung bin ich hier über folgenden Absatz gestolpert:

Bernd Heinrich beschreibt in seinem Buch „Laufen – Geschichte einer Leidenschaft“, wie er zur Vorbereitung auf einen Ultramarathon mit verschiedensten Getränken experimentiert hat – beispielsweise kippte er sich einmal vor einem Trainingslauf einen (!) Liter Honig in den Magen, ein anderes Mal probierte er es mit einer „ähnlichen Menge“ Olivenöl. Und nachdem sich beide Versuche als Fehlschläge herausgestellt hatten startete er bei einem langen Straßenlauf ein weiteres Experiment, bei dem er sich alle sechs bis sieben Kilometer eine Dose Bier einverleibte.

Das hört sich doch nach meiner Art von Sport an! Wenn ihr also das nächste Mal irgend nen Deppen seht, der alle paar Kilometer bei nem Marathon genüsslich ein Bierchen schlürft, kommt vorbei und sagt mir Hallo! Und bringt Sportbier mit. 😉

Joschi lobt Angie

Joschka „ich kippe noch schneller um als der Gabriel“ Fischer lobt die Kanzlerette mit Worten „Die Deutschen könnten schlechter regiert werden.“ Ey alter was? Seit wann ist denn „es könnte alles noch viel beschissener laufen“ was positives?

Was nur 500 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte? Ja es könnte ja noch viel schlimmer sein, 1000 oder so!

Wad NSA-Überwachung? Es könnte viel schlimmer sein. Stellt euch mal vor das wären die Chinesen/Russen/IS! Habt Angst!

[Diese Liste ließe sich nach belieben weiterführen]


Beim zweiten Nachdenken denke ich mir, die Argumentation „es könnt‘ noch viel scheißerer sein“ ist eigentlich eine äußerst treffende Gesellschaftsanalyse…eine Metapher auf die Politik und das Universum und das große Ganze und so…

Leckerli

Wieder ein besonderes Leckerli aus der Fischer im Recht Kolumne. Dieses mal: Der Sex-Mob von Köln.

Eines von vielen money quotes:

Allgemeine Ansicht: Es müsse im Umgang mit Ausländerkriminalität endlich Ehrlichkeit her. Der Kolumnist unterstützt das ausdrücklich. Eine aufgeklärte Gesellschaft kann nicht hinnehmen, dass Jahr um Jahr wider jede Evidenz behauptet wird, man wisse leider immer noch nicht, ob der internationale Leistungssport aus kriminell organisierten Kartellen bestehe, man habe leider noch nicht herausfinden können, welche ausländischen Mitarbeiter der Deutschen Bank dem deutschen Rentner in spe ein Drittel seiner Altersvorsorge unter dem Sofakissen weggezogen haben, und es sei völlig ungeklärt, ob der ausländische Pharmakonzern Pfizer das ihm hierzulande gewährte Gastrecht dazu missbraucht habe, 100.000 deutsche Ärzte zu bestechen, 250 Krankenkassen zu betrügen und fünf Millionen deutsche Frauen an ihrer Gesundheit zu beschädigen.

Unwort Gutmensch

Gutmensch ist dann jetzt offiziell Unwort des Jahres. Abgesehen davon, dass zurecht mehrfach darauf hingewiesen wurde, dass viel über den Zustand einer Gesellschaft aussagt, in der Gutmensch als Beleidigung gemeint ist, kann ich nicht erkennen warum es nun um ein Unwort handeln sollte.

Ein Gutmensch zu sein, also mit dem Ziel leben ein guter Mensch zu sein, ist doch das beste was der Menschheit in den letzten Jahren eingefallen ist. Ernsthaft jetzt, ich mag das Wort! Ich finde sogar der Begriff sollte noch deutlich stärker von allen Kräften okkupiert werden, die sich klar gegen rechtspopulistisches bla bla wenden. Was sonst beschreibt denn die Intention der unzähligen HelferInnen in der Flüchtlingskrise besser? Auch den Zusatz „links-grün-versifft“ finde ich für mich persönlich mehr als nur passen. 😀


* War eigentlich „Unwort“ schon mal Unwort des Jahres? Wenn nicht, würde ich das fürs nächste Jahr vorschlagen wollen.

Schattensprung

Also, ich hätte ja nie gedacht, dass es mal so weit kommt, aber ich werde jetzt mal über meinen eigenen Schatten springen *hüpf* und etwas gutes über einen CSU-Politiker sagen: *räusper* Lieber Herr BM Müller, ich finde Sie weniger Scheiße als Ihre Parteikollegen. (Für meine Verhältnisse ist das schon ein großes Kompliment!) Ab und zu rutscht Ihnen mal ein Gedankengang raus, der Hand und Fuß hat und der nicht purem Opportunismus, sondern, so unterstelle ich Ihnen, einem gesunden Menschenverstand und moralischen Grundüberzeugungen entspringt.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sieht die Forderung seiner eigenen Partei nach einer Flüchtlingsobergrenze skeptisch. „Wir können keine Zäune um Deutschland und Europa bauen“, sagte der CSU-Politiker [..] Angesichts weiterer großer Fluchtbewegungen sei „egal, was wir hier festlegen“. Die Menschen würden nicht fragen, ob sie kommen dürften. Für die Flucht macht er zudem Europa mitverantwortlich. „Wir haben unseren Wohlstand auf dem Rücken der Entwicklungsländer aufgebaut. Diese Spannungen entladen sich“, sagt er.

Die größten Flucht-Bewegungen würden zudem noch bevorstehen, da sich Afrikas Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten verdoppeln werde. In der Sahara sollen bis zu einer Million Menschen auf der Flucht gestorben sein. Das zeigt die ganze Dramatik, sagte der Minister. Auch seien noch Millionen Syrer und Iraker auf der Flucht, nur ein Bruchteil sei bisher in Europa.

Auch Ihr handling bei der Weiterentwicklung der MDGs fand ich vorbildlich. Bitte mehr davon und bitte erklären Sie auch ihrer Partei mal, dass der Anspruch christlicher Nächstenliebe (so banal er eigentlich auch ist) auf die sich Ihre Partei regelmäßig beruft, für alle Menschen Gültigkeit haben sollte, nicht nur für fette und deutlich zu wohlsituierte Bayern. Danke

Eine ernstgemeinte Frage

Unser neuer bester Freund und Waffenkäufer Saudi-Arabien setzt jetzt Streubomben im Jemen ein. Ist natürlich doof, dass dieser nette Verbündete Waffen einsetzt, die er erstens nicht bei „uns“ gekauft hat und die zweitens, auch noch völkerrechtlich geächtet sind, da sie unverhältnismäßigen Flächenschaden verursachen und nicht zwischen Kombattant und Zivilist unterscheiden können.

Da ich weder Jurist noch Waffenspezialist bin, wirft das für mich direkt wieder die Frage nach der Definition von geächteten Waffen auf: Alternative für Saudi-Arabien wäre es doch, statt der einen Streubombe, mehrere „normale“ und offensichtlich menschenwürdigere Sprenggranaten in das gleiche Wohngebiet zu schießen. Was daran weniger verwerflich sei, ist mir schleierhaft, da das Ergebnis das Gleiche bleibt: normale Granaten töten auch Menschen ohne Zivilisten verschonen zu können, was meiner eigenen Definition von „unverhältnismäßig“ schon sehr nahe kommt. Ich vermute hier soll zwischen dem guten Töten mit netten Waffen (das sind dann wohl unsere) und anderen „bösen“ Waffen unterschieden werden um gewisse Freund-Feind-Bilder weiter zu unterstützen. Wir sind die Guten, denn unsere Waffen sind Friedenswaffen, während die da drüben ja die Bösen sein müssen, weil sie geächtete Waffen einsetzen. Anders kann ich mir solche reißerischen Schlagzeilen nicht erklären, denn inhaltlich macht die Unterscheidung für mich kaum Sinn: auch mit Friedenswaffen lässt sich prima flächendeckend töten.

Frage in die Runde: übertreibe ich da schon wieder oder verstehe irgendwas nicht richtig?

Drohnen zählen übrigens auch den netten Friedenswaffen.