State of the world

Genaug mit unpassenden Nazi-Vergleichen in diesem Blokk. Unpassend kann ich auch anders!

In den letzten Wochen und Monaten musste ich beim Nachrichten schauen immer häufiger an den alten Walter denken. Irgendwie fasst seine eine Lüge perfekt zusammen, was gerade in der Welt los ist.

Überschrift des Tages

Journalist bei Polizei-Pressetermin angeschossen

Er wollte sich eine Dienstwaffe zeigen lassen – und bekam eine schmerzhafte Demonstration: Ein Redakteur der „Nordsee-Zeitung“ ist bei einem Termin bei der Polizei Bremerhaven angeschossen worden.

Obwohl ich weiß, dass es unangebracht ist sich über den Schaden eines anderen lustig zu machen, aber ein heimliches Schmunzeln kann ich mir nicht verkneifen, denn das ist einfach Ironie auf zu vielen Ebenen, um nicht amüsant zu sein. 🙂

Leckerli

Wieder ein besonderes Leckerli aus der Fischer im Recht Kolumne. Dieses mal: Der Sex-Mob von Köln.

Eines von vielen money quotes:

Allgemeine Ansicht: Es müsse im Umgang mit Ausländerkriminalität endlich Ehrlichkeit her. Der Kolumnist unterstützt das ausdrücklich. Eine aufgeklärte Gesellschaft kann nicht hinnehmen, dass Jahr um Jahr wider jede Evidenz behauptet wird, man wisse leider immer noch nicht, ob der internationale Leistungssport aus kriminell organisierten Kartellen bestehe, man habe leider noch nicht herausfinden können, welche ausländischen Mitarbeiter der Deutschen Bank dem deutschen Rentner in spe ein Drittel seiner Altersvorsorge unter dem Sofakissen weggezogen haben, und es sei völlig ungeklärt, ob der ausländische Pharmakonzern Pfizer das ihm hierzulande gewährte Gastrecht dazu missbraucht habe, 100.000 deutsche Ärzte zu bestechen, 250 Krankenkassen zu betrügen und fünf Millionen deutsche Frauen an ihrer Gesundheit zu beschädigen.

Eine Lanze für Juristen!

Wider meinen bisherigen Erfahrungen, möchte ich in dieser Stelle mal eine Lanze für einen Juristen brechen: seit doch einiger Zeit nun, genieße ich in bestechender Regelmäßigkeit die Kolumne von Thomas Fischer auf zeitonline. (jaja.. ich weiß… die Zeit wieder, Fachzeitschrift für deutsche Selbstherrlichkeit… blA blA blA) Abgesehen von Herrn Fischers eloquenter Art zu Pöbeln, die ich sehr bewundere (und die bisher nur von Marcel Reich-Ranicki, allerdings auch mit deutlichem Vorsprung, getoppt wurde), finde ich es besonders stark, dass es endlich mal eine/r schafft, mir die Gedankengänge und die Logik hinter Gesetzen zu erklären, von jemensch der aus dem Fach kommt und der sich trotzdem nicht zu schade ist, auch mal allgegenwärtige Doppelmoral der Kollegen zu benennen. READ IT! ABSOLUTE LESEEMPFEHLUNG! Hier ein aktuelles Beispiel zu meinem Lieblingsthema: Alkohol und Cannabis!

Die deutschen Strafrichter werden sagen: „Das habe ich immer schon gemeint. Aber ich werd‘ ja nicht fürs Nachdenken bezahlt“; oder „Es ist ja auch nicht alles schlecht gewesen“. So wie beim Ehebruch, oder bei der Strafbarkeit homosexueller Handlungen, oder der Gotteslästerung. Ein paar von ihnen werden sich schämen: für ihre Unterwürfigkeit unter den puren Blödsinn. Und ihre Feigheit, sich dem zu fügen.

BÄM!


Note: die Formulierungen wären leichter gewesen, wenn ich etwas Whiskey weggelassen hätte….

Medienkompetenztraining

Ich hatte bereits vor einiger Zeit mal im Zusammenhang mit dem Syrienkrieg auf Tilo Jung verwiesen, dessen Arbeit ich nur allen herzlichst ans Herz legen kann. YouTube-Kanal HIER. Was macht der Herr Jung? Er geht zur Bundespressekonferenz und stellt ganz einfache, häufig bewusst naive, Fragen und führt damit in bestechender Regelmäßigkeit die absurden und widersprüchlichen Argumente und Positionen der Bundesregierung vor. Eigentlich journalistischer Standard sollte mensch meinen…

Aktuelles Beispiel gefällig? Die BR ist gegen Atomwaffen, stimmt aber gegen deren Verbot. Schnappt euch Popcorn, es folgt Rückgratakrobatik vom aller feinsten…

Im Schatten…

…von Flüchtlingskrise und TTIP hat das EU-Parlament diese Woche die Netzneutralität aufgeweicht. Netzwas? Für uns Normalinternetnutzer erklärt, heißt das in etwa das demnächst einige Dienste vorrangig behandelt werden. Wer störungsfreie und schnelle Verbindung will, darf dafür bezahlen. Wem nützt das? Vornehmlich den großen Internetanbietern. Die Telekom freut sich jetzt schon.